BRS News
Montbéliarde nicht mehr Äquirasse zu Fleckvieh
ASR - Auf der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft süddeutscher Rinderzucht- und Besamungsorganisationen (ASR) am 21.7.2026 in Seligweiler wurde einstimmig beschlossen, dass ab dem Stichtag 1.10.2026 keine neuen Montbéliarde-Tiere in die Fleckvieh Herdbücher aufgenommen werden. Nachdem die Versuche zum Genaustausch zwischen den beiden Rassen Anfang der 1990er- Jahre keine nachhaltigen, zuchtrelevanten Ergebnisse hervorbrachten, entwickelten sich beide Rassen in unterschiedliche Richtungen weiter. Konsequenterweise wurde nun einstimmig auf höchster Ebene beschlossen, beide Rassen, analog zu den beiden Partnerländern im Fleckviehverbund Österreich und Tschechien, auf Herdbuchebene zu trennen. Den deutlichen Vorsprung, den Fleckvieh als klassische Doppelnutzungsrasse mittlerweile in den Bereichen Milch, Fleisch, Gesundheit, aber auch in funktionalen Merkmalen besitzt, lassen diesen Schritt im Sinne des Schutzes der Landwirte nötig werden, um beide Rassen deutlich voneinander abzugrenzen und auf Zuchtebene erkenntlich zu machen.
Aus BfR, MRI und BZfE wird das neue Bundesinstitut für Risikobewertung und Ernährung
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) führt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das Max Rubner-Institut (MRI) und das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) zu einem neuen Bundesinstitut für Risikobewertung und Ernährung zusammen. Mit der Bündelung der Kompetenzen in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Ernährung und Risikobewertung sollen wissenschaftliche Expertise besser vernetzt, Doppelstrukturen abgebaut und Verwaltungsprozesse effizienter gestaltet werden. Das neue Institut verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der Lebensmittelsicherheit, Ernährung, Ernährungsbildung und Risikokommunikation miteinander verbindet. Das neue Bundesinstitut soll 2029 seine Arbeit aufnehmen. Bereits zum 1. Januar 2028 werden in einem ersten Schritt die Nationalen Referenzlaboratorien des Bundes sowie zentrale Aufgaben des Bundeszentrums für Ernährung in die beteiligten Einrichtungen integriert.
Praxistag "Wassermanagement in der Landwirtschaft" am Trockenforschungszentrum Schwarzenau
Wasser als knappes Gut.
– so lautete das Motto des Praxistags Wassermanagement, zu dem das FüAK am 10. Juli 2026 Forschende, Beraterinnen und Berater sowie Landwirtinnen und Landwirte aus ganz Bayern zusammenbrachte. Treffpunkt war das Forschungszentrum für Landwirtschaft in Trockenlagen auf dem Staatsgut Schwarzenau. Dort wird untersucht, wie die Landwirtschaft künftig mit den Folgen von Dürre- und Hitzeperioden umgehen kann. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Verbesserung der Wassernutzungseffizienz, die Anpassung landwirtschaftlicher Anbausysteme an den Klimawandel und die Identifizierung klimaresilienter Kulturen, die auch unter Trockenstress stabile Erträge liefern.
Mehr Mastitis-Kontrolle durch Impfung: Impfstoff stärkt die Abwehrkraft der Kühe gegen E. coli und Staph. aureus
Boehringer Ingelheim hat die Zulassung für einen neuen inaktivierten Impfstoff zur Immunisierung von Kühen und Färsen gegen E. coli (J5) und Staphylococcus aureus erhalten. Mastitis zählt nach wie vor zu den größten Herausforderungen in Milchviehbetrieben. Sie verursacht Milchleistungsverluste, erhöht den Arbeitsaufwand, beeinträchtigt das Tierwohl und kann zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen führen. Die Impfung ergänzt das bestehende Mastitis-Management und trägt dazu bei, Häufigkeit und Schwere von Mastitiden durch E. coli und Staphylococcus aureus zu reduzieren. Sie erhöht die spezifischen Antikörperspiegel und konnte unter Feldbedingungen die somatische Zellzahl (SCC) bei geimpften Kühen senken. Durch die gezielte Stärkung der Immunabwehr in der Hochrisikophase der Laktation unterstützt der Impfstoff eine bessere Eutergesundheit, reduziert den Antibiotikaeinsatz und fördert Tierwohl sowie Leistungsstabilität.
Ceva Blog für Tiergesundheit - Klimawandel und neue Krankheiten im Stall – warum Blauzunge, EHD und LSD keine Ausnahme mehr sind
Noch vor wenigen Jahren wurden viele Tierseuchen als Probleme anderer Länder wahrgenommen. Erkrankungen wie die Blauzungenkrankheit, die Epizootische hämorrhagische Krankheit (EHD) oder die Lumpy-Skin-Krankheit schienen weit entfernt und spielten im betrieblichen Alltag deutscher Milchviehhalter kaum eine Rolle. Inzwischen rücken diese Erkrankungen jedoch immer näher. Einige sind bereits in Deutschland angekommen, andere breiten sich in den Nachbarländern aus. Für Milchviehhalter stellt sich deshalb nicht mehr die Frage, ob sie sich mit diesen Krankheiten beschäftigen sollten, sondern wann sie in der eigenen Region ankommen und relevant für den eigenen Betrieb werden könnten.
Das war die AgrarScouts-Akademie 2026
Im Rahmen der AgrarScouts-Akademie 2026 des Forums Moderne Landwirtschaft waren 30 AgrarScouts vier Tage lang gemeinsam mit dem Bus unterwegs. Ihr Ziel war es, dorthin zu fahren, wo Landwirtschaft nicht als Schlagwort diskutiert, sondern tagtäglich gelebt wird – mitten in Markt, Politik und landwirtschaftlicher Praxis. Die Akademie machte eindrucksvoll deutlich, dass man, um über die Zukunft der Landwirtschaft sprechen zu können, verstehen muss, wie Wertschöpfung, gesellschaftliche Erwartungen und politische Rahmenbedingungen zusammenwirken. Das Programm umfasste zwei Workshops, zwei Impulse, einen fachlichen Austausch, zwei Führungen sowie einen Feldtag mit vielfältigen Stationen. Insgesamt legten die AgrarScouts während der Akademie 1.118 Kilometer zurück.
Kitzretter-Wochenende auf der Landesgartenschau Neuss
Wie moderne Drohnentechnik Leben retten kann, erleben Besucherinnen und Besucher am 8. und 9. August 2026 auf der Landesgartenschau Neuss. Die Kreisjägerschaft Neuss lädt jeweils von 10 bis 18 Uhr zu einem Aktionswochenende in das Forum Landwirtschaft ein. Im Mittelpunkt steht die Kitzrettung mithilfe von Wärmebilddrohnen.
Neue KTBL-Datensammlungen verfügbar
Die neue Datensammlungen des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) bietet umfassende Daten und Informationen für den Pflanzenbau und die Tierhaltung – von der Kalkulation von Maschinenkosten bis zur Planung von Arbeitsprozessen und Produktionsverfahren. Detaillierte Angaben zu Maschinen, Gebäuden und Arbeitsverfahren unterstützen bei der Beantwortung betriebs- und arbeitswirtschaftlicher Fragestellungen. Darüber hinaus vermittelt die Datensammlung die methodischen Grundlagen zur Bewertung von Betriebszweigen und zum Vergleich verschiedener Produktionsverfahren. Zahlreiche Kennzahlen und Planungsdaten ermöglichen einen fundierten Einblick in die produktionstechnische Bandbreite landwirtschaftlicher Produktionsverfahren und dienen als verlässliche Grundlage für Planung, Analyse und betriebliche Entscheidungen.
FLI weist neues Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe bei Rindern in Deutschland nach
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat in Proben erkrankter Rinder aus Süddeutschland ein bislang nicht näher charakterisiertes Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe nachgewiesen. Nach dem erstmaligen Auftreten des Schmallenberg-Virus im Jahr 2011 gibt es damit erneut gesicherte Hinweise auf die Einschleppung eines neuen Virus dieser Gruppe nach Deutschland. Das neu nachgewiesene Virus zeigt in allen drei Segmenten die höchste Verwandtschaft zu Shamonda-Virus. Viren der Simbu-Serogruppe kommen vor allem in Afrika, Asien und Australien vor. Sie werden, ähnlich wie das Virus der Blauzungenkrankheit und das Schmallenberg-Virus, durch blutsaugende Gnitzen der Gattung Culicoides übertragen. Infiziert werden überwiegend Wiederkäuer, insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen.
Auktionsvermarktungszahlen im zweiten Quartal 2026
Im zweiten Quartal 2026 wird die Martklage für Zuchttiere erneut von der Kombination aus niedrigeren Milchpreisen und steigenden Energiekosten sowie von der Sorge um Futterknappheit beeinflusst. Insgesamt hält sich das Preisniveau für abgekalbte Färsen, Mehrkalbskühe, Jungtiere und Zuchtbullen auf einem vergleichbaren Niveau zum ersten Quartal.