BRS News
Wenn Lebensmittel schon vor der Vermarktung verloren gehen
Nicht alle Lebensmittel landen auf unseren Tellern – viele gehen bereits bei der Erzeugung verloren. Warum das so ist und wie sich Verluste vermeiden lassen, erklärt das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft. Auch in der Tierhaltung kommt es zu Lebensmittelverlusten. Genau genommen gelten lebende Tiere jedoch noch nicht als Lebensmittel – erst nach der Schlachtung ist dies der Fall. Verluste bei lebenden Tieren entstehen unter anderem durch Krankheiten, Verletzungen oder Tierseuchen. Müssen Tiere mit Arzneimitteln behandelt werden, dürfen Fleisch, Milch oder Eier während vorgeschriebener Wartezeiten nicht vermarktet werden. Bei Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest können zudem Sperrmaßnahmen und Transportverbote erforderlich sein. In betroffenen Beständen müssen Tiere getötet werden, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Dadurch gehen potenzielle Lebensmittel verloren oder können nicht wie vorgesehen vermarktet werden. Um solche Verluste möglichst zu vermeiden, setzen Landwirtinnen und Landwirte auf vorbeugende Maßnahmen. Dazu zählen eine gute Tiergesundheit, konsequente Hygienekonzepte, regelmäßige Gesundheitskontrollen sowie Maßnahmen der Biosicherheit. Diese sollen verhindern, dass Krankheitserreger in die Tierbestände eingeschleppt und verbreitet werden.
Wissenschaftlicher Umfrage zu Reinigungs- und Waschverfahren von Sauen in der Ferkelproduktion
Im Rahmen einer Masterarbeit an der Technischen Universität München wird derzeit eine wissenschaftliche Umfrage zu Reinigungs- und Waschverfahren von Sauen in der Ferkelproduktion durchgeführt. Ziel der Untersuchung ist es, einen umfassenden Überblick über die in der Praxis eingesetzten Verfahren sowie die damit verbundenen Erfahrungen der Betriebe zu gewinnen. Die Umfrage richtet sich an alle schweinehaltenden Betriebe mit Sauenhaltung zur Ferkelproduktion – unabhängig davon, ob bereits eine Wascheinrichtung vorhanden ist oder nicht. Jede Teilnahme leistet einen wertvollen Beitrag zur Schaffung einer fundierten Datengrundlage. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, praxisnahe Empfehlungen abzuleiten und das Management in der Sauenhaltung gezielt weiterzuentwickeln. Die Bearbeitung dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Die Teilnahme ist anonym und dient ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken.
FBN-Studie: Moderater Hitzestress löst messbare Blutveränderungen bei Milchkühen aus
Der Klimawandel verändert die Tierhaltung – und das schneller, als viele erwarten. Häufigere und intensivere Hitzewellen belasten Milchkühe beispielsweise physiologisch stark. Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie (FBN) konnten nachweisen, dass bereits moderater Hitzestress messbare Veränderungen im Blut von Holstein-Kühen bewirkt. Dazu zählen Anzeichen für Entzündungsprozesse sowie eine Aktivierung der Blutgerinnung. Gleichzeitig werden bestimmte Abwehrwege in peripheren mononukleären Blutzellen (PBMC) gedämpft. Diese Effekte traten bereits nach sieben Tagen Wärmebelastung auf und liefern Tierärzt:innen sowie Milchviehbetrieben konkrete Ansatzpunkte, um Hitzestress frühzeitig zu erkennen und ihm entgegenzuwirken.
Ackerstatus bleibt trotz mehrjährigem Grasaufwuchs erhalten
Eine langjährige Forderung der Landwirtschaft wird nun umgesetzt: Ackerland verliert seinen Status künftig nicht mehr allein deshalb, weil dort über mehr als fünf Jahre Gras oder andere Grünfutterpflanzen angebaut werden. Bislang mussten Flächen regelmäßig umgebrochen oder neu eingesät werden, um den förderrechtlichen Ackerstatus zu sichern – mit negativen Folgen für Humusaufbau, Bodenstruktur und Gewässerschutz. Künftig entfällt dieser rein förderrechtlich bedingte Umbruch. Grundlage ist die Anfang des Jahres verabschiedete Omnibus-III-Verordnung der Europäischen Kommission, deren Vorgaben inzwischen in deutsches Recht übernommen wurden. Die Neuregelung gilt für Flächen, die im Mehrfachantrag 2025 und 2026 als Ackerland gemeldet wurden. Eine Antragstellung ist nicht erforderlich: Die Zuordnung als dauerhafte Ackerfläche
erfolgt automatisch im Serviceportal iBALIS. Diese Flächen können weiterhin als Ersatzflächen für genehmigte Dauergrünlandumwandlungen sowie für Agrarumweltmaßnahmen – etwa M10 – genutzt werden.
Zwei neue EIP-Projekte für die Schweinehaltung: BHZP GmbH startet StallView und FixMyPig
Die BHZP GmbH ist an zwei Innovationsvorhaben des 9. EIP-Agri-Calls Niedersachsen beteiligt. Die Förderbescheide wurden am 2. Juni 2026 von Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte übergeben. Mit dem offiziellen Projektstart von StallView und FixMyPig leistet die BHZP einen Beitrag zu mehr Tierwohl und Innovation in der Schweinehaltung. Während StallView virtuelle Stallbegehungen für Beratung, Ausbildung und Wissenstransfer ermöglicht, entwickelt FixMyPig genom-basierte Zuchtstrategien, um Anomalien beim Schwein weiter zu reduzieren und die Tiergesundheit nachhaltig zu verbessern. Beide Projekte werden im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft EIP-Agri gefördert und mit Mitteln der Europäischen Union kofinanziert.
Jahresbericht 2025 zur Rinderzucht in Bayern erschienen
Der Jahresbericht 2025 der Arbeitsgemeinschaft der Besamungsstationen in Bayern e.V. zur Rinderzucht in Bayern ist erschienen. Er bündelt die wichtigsten Kennzahlen und Entwicklungen aus den Bereichen Rinderzucht, Besamung und Embryotransfer. Der Bericht ist sowohl in gedruckter Form als auch digital verfügbar. Die digitale Ausgabe finden Sie unter folgendem Link.
IDF-Merkblatt: Laktose – Verständnis und gesundheitliche Aspekte
VDM - In Merkblatt Nr. 49/2026 hat die International Dairy Federation (IDF) die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Laktose, ihrer Verdauung und ihren gesundheitlichen Auswirkungen zusammengefasst. Darin wird erläutert, dass Milch, Käse, Joghurt und andere fermentierte Milchprodukte wichtige Nährstoffe liefern und Laktose der in Milch natürlich enthaltene Zucker ist. Die IDF weist zudem darauf hin, dass eine lediglich vermutete Laktoseintoleranz häufig zu einer unnötigen Einschränkung des Milchkonsums führt, wodurch das Risiko einer unzureichenden Nährstoffaufnahme steigt. Das Merkblatt soll die wissenschaftliche Faktenlage zu Laktose verständlich darstellen und eine evidenzbasierte Ernährungsberatung sowie informierte Verbraucherentscheidungen unterstützen. Die deutsche Übersetzung ist hier auf der VDM-Homepage zu finden.
QM Milch - überarbeitete Fassung des QM-Standards in Kraft
Zum 1. Juli 2026 tritt die überarbeitete Fassung des QM-Standards in Kraft. Der Standard wird mindestens alle drei Jahre überprüft und an die Anforderungen von Praxis, Markt und Gesetzgebung angepasst. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen organisatorische Änderungen wie die Einbindung der Milchviehbetriebe über Programmkoordinatoren, die Abwicklung der Audits über die QMilch-Datenbank sowie ein internes Kontrollsystem des QM-Milch e.V. für die Überwachung der Zertifizierungsstellen. Zudem wurden einzelne Kriterien überarbeitet, die Transparenz im Handbuch erhöht, die Ankündigungsfrist für Audits auf eine Woche verkürzt und eine Sperrfrist nach Zertifikatsentzügen eingeführt.
Schweinehaltung braucht jetzt Bestandsschutz, Planungssicherheit und faire Wettbewerbsbedingungen
Die wirtschaftliche Lage in der deutschen Schweinehaltung bleibt angespannt. Vor diesem Hintergrund fordert der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) verlässliche politische Rahmenbedingungen, einen Bestandsschutz für bestehende Stallanlagen sowie europaweit harmonisierte Wettbewerbsbedingungen. Die vollständige Pressemitteilung mit den Forderungen des BRS finden Sie nachfolgend.
EU-Tierhaltungsstrategie: BRS sieht gute Ansätze und fordert verlässliche Rahmenbedingungen
Der Bundesverband Rind und Schwein e. V. (BRS) bewertet die von der Europäischen Kommission am 7. Juli 2026 verabschiedete EU-Tierhaltungsstrategie grundsätzlich positiv. Besonders begrüßt der Verband, dass die Nutztierhaltung ausdrücklich als strategisch wichtiger Sektor für Ernährungssicherheit, ländliche Räume, Biodiversität und Kreislaufwirtschaft anerkannt wird. Ebenso bewertet der BRS den Ansatz positiv, Tiergesundheit, Tierwohl, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit künftig stärker zusammenzudenken. Auch die angekündigte Förderung der Kreislaufwirtschaft, die Unterstützung von Innovationen sowie der Abbau bürokratischer Hürden werden ausdrücklich begrüßt.
PM BHZP